Wir Freiwilligen haben die nächste Baumpflanzgroßaktion gestartet. Ein kleiner Einblick:

Morgens früh um 5 aufstehen, deftiges Reis und Bohnen Frühstück und dann ging´s los mit Gummistiefel und Machete ausgerüstet. Die Flächen, die wir zu Erst bepflanzten, liegen einen steilen Fußmarsch und 2 Flussdurchquerungen entfernt. Oben angekommen – schon ordentlich am Schwitzen – konnten wir natürlich nicht einfach los legen. Zu Beginn will die ganze Aktion erst einmal vorbereitet werden, das heißt die Flächen, die bepflanzt werden sollen, müssen freigelegt werden (in den Tropen wächst alles doppelt so schnell und doppelt so groß). Dazu kamen noch das Zuschneiden von Markierungsstäben und das Ausladen der weit über 1000 Bäume.

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Gepflanzt wurde nach Plan, auch wenn der Plan und die Realität, – wie wir bald feststellten – oft sehr weit auseinander liegen.

Zunächst haben wir die Koppel in ein Pferdeparadies verwandelt. Dazu pflanzten wir Bäume entlang der Zäune um sogenannte Cercas vivas ( dt.: lebende Zäune) zu schaffen, die nicht gammeln und morsch werden, wie einfache Holzfeiler das in der tropischen Feuchtigkeit tun würden. Außerdem bieten sie Schatten und Lebensraum für viele weitere Tiere. Jeder einzelne Baum hat eine wichtige Aufgabe, aber meist auch einen Namen, den man sich kaum merken kann: Guachipelin dient als Stickstofffixierer, Cocobolas können 1000 Jahre alt werden und Madero Negro beschützt mit seinen toxischen Wurzeln andere Bäume vor Fressfeinden. Innerhalb der Koppel pflanzten wir Gratilia, die auch Stickstoff fixiert und später Nahrung für die Pferde bietet, wie auch die Guavenbäume.

 

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Auf den ersten Blick erscheint der Zusammenhang zwischen dem Pferdeparadies und der Aufforstung nicht ganz ersichtlich. Aber, wenn man bedenkt, dass hier Pferde wichtige Arbeitstiere sind, wird schnell klar, wie essentiell das Pferdeparadies für das weitere Pflanzen von Bäumen ist. In den tropischen Wäldern sind einige Orte nur zu Fuß oder mit Pferd erreichbar. Außerdem sollen sie die Bäume zu den einzelnen Aufforstungsstellen in den Bergen transportieren. Es ist also wichtig, dass die Pferde gut genährt und stark sind.

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n den kommenden Tagen bereicherten wir den Sekundärwald mit einigen Urwaldriesen (spanische Namen: Ceiba, Panama, Vochysia, Caoba, Flor Blanca, Espavel und Javillo). Bäumepflanzen in den Tropen ist auf jeden Fall ein Abenteuer. Die Hitze und Schwüle lässt uns auch schon ohne körperliche Arbeit ordentlich schwitzen. Dann, wenn wir den Spaten in den teilweise ziemlich harten Boden rammen, stürzen sich die Insekten auf uns. Neben den allgegenwärtigen Mücken, gibt es auch gemeine Tierchen, die in die Augen fliegen, weil sie die Tränenflüssigkeit trinken wollen. Durch den starken tropischen Regen weicht der rote Lehmboden auf, sodass wir an den steilen Hängen, wo wir pflanzen, manchmal ziemlich ins Rutschen kommen.

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Aber am Abend dann nach der verdienten Dusche fallen wir zufrieden ins Bett. Trotz der vielen Mückenstiche, Kratzer, Blasen und Muskelkater sind wir dabei etwas Großes zu schaffen, für das sich all unsere Mühen lohnen:

Einen Wald. Einen Lebensraum für unzählige Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Einen Klimastabilisator. Einen Wasserspeicher. Eine grüne Lunge.

Für die Umsetzung brauchen wir Eure Hilfe!

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