Mit 16 Jahren wollte ich die Welt sehen und zog für ein Jahr nach Costa Rica. Dort ging ich in die öffentliche Schule, lebte in einer Gastfamilie und lernte noch viel mehr als Spanisch. Die Schönheit und Vielfalt dieses Landes -vor allem der Natur- begeisterte mich sofort. Nicht umsonst gehört es zu den artenreichsten Ländern unserer Erde!
All die Erfahrungen in diesem Jahr waren unglaublich bereichernd für mich und weil ich mich immer noch sehr verbunden fühle mit Land und Leute habe, habe ich beschlossen zurückzukehren.

2011 Juli Costa Rica 129
auf der Ananasfarm mit meiner ersten Gastfamilie

Als ich in Cost Rica war erkannte ich, dass das Bild des unberührten und für Ökotourismus umworbenen Paradieses an vielen Orten nur ein Schein ist. Ich sah, wie Abwasser und Müll die Natur vergiftet. Noch in den 1980er Jahren war Costa Rica eines der Länder mit der höchsten Abholzungsrate weltweit. Mittlerweile stehen zwar 30% der Landesfläche unter Schutz, aber die Vernichtung von ursprünglichen Ökosystemen wächst weiterhin durch Monokulturen für Bananen, Kaffee und Ananas.serveimage

Jede Sekunde wird weltweit eine Waldfläche vernichtet, die der Größe eines halben Fußballfeldes entspricht!

(Nach Angaben der Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO))

Wenn ich diese harten Fakten lese, bin ich schockiert und fühle mich ohnmächtig.
Durch meine persönlichen Erlebnisse sind sie für mich nicht mehr nur bedeutungslose Zahlen.
Es berührt mich… und ich wünsche mir, dass es auch viele andere Menschen überall auf der Welt berührt.

Ich will ich nicht nur ohnmächtig dastehen, sondern mich aktiv für den Schutz der Wälder einsetzen und die Problematik der Abholzung mehr ins Bewusstsein der Menschen bringen. Deshalb werde ich nach Costa Rica zurückkehren und in Form eines Freiwilligendienstes zum Umweltschutz beitragen. Vor Ort arbeite ich in einer lokalen Organisation, die beispielsweise Waldkorridore als Verbindung zwischen den Nationalparks schafft, aufforstet, Umweltbildung betreibt, sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt oder die Biobauern unterstützt.